FOREST CLAW
Sapie/Mehrzweckgerät

Beim Holzschlagen und Holz transportieren ist der Sapie ein unentbehrliches Werkzeug. Das traditionelle alpine Arbeitsgerät hat sich über Jahrhunderte bewährt und wird je nach Region auch Sappie, Sappel, Sappl oder Zapine genannt. Seine Form und Arbeitsweise haben Weiterentwicklungen wie die Forest Claw aufgegriffen und perfektioniert. Der Sapie besteht aus einem etwa 1,5 Meter langen Stiel, auf den rechtwinklig eine etwa 30 Zentimeter große Stahlspitze montiert ist. Die leicht gekrümmte Spitze kann in einen Stamm eingeschlagen werden, um ihn zu ziehen oder zu wenden. Die Rückseite des Stahlstücks ist flach ausgearbeitet und kann zum Entfernen und Einschlagen der Rückehaken an Baumstämmen verwendet werden. Als Kombination aus Wendehaken, Transporthaken und Hammer sind Sapien effektive Mehrzweckgeräte, die bei vielerlei Holz- und Waldarbeiten gute Dienste leisten. Ich habe jedenfalls jahrelang nur mit Sapien im Forst gearbeitet und überwiegend gute Erfahrungen gemacht.

Moderne Sapien sind zumeist an der Oberseite des Stahlstücks gezahnt, was für eine bessere Griffigkeit sorgt. Die Widerhaken setzen sich im Holz fest und verhindern ein Abrutschen bei der Arbeit. Dies erhöht gleichermaßen die Effektivität und die Sicherheit beim Transportieren und Wenden von Holz. Die meisten Geräte wiegen zwischen 1.100 und 1.300 Gramm. Sie sind also trotz ihrer Größe überaus leicht und handlich. Es gibt aber auch so genannte Handsapien, die nur ca. 400 Gramm schwer sind. Mit einer Stiellänge zwischen 30 und 80 Zentimetern eignen sich diese kleineren Modelle besonders für die Verarbeitung von Meterstücken.

Besonders bei den Waldbauern in Oberbayern und Österreich hat der Sapie eine lange historische Tradition. Ältere Modelle waren zusätzlich mit einem Eisendorn am unteren Ende des Stiels ausgestattet. Somit waren sie auch als Bergstock einsetzbar und wurden von den Einheimischen im unwegsamen Alpengelände ständig mitgeführt. Dass Sapien zum Symbol des Alpenraums und seiner Bewohner wurden, lässt sich noch heute an ihrer Präsenz in der Literatur, in Heimatfilmen oder im Wappen vieler oberbayerischer Städte ablesen.

Sapien haben sich bei der Forstarbeit nicht nur in ihrer Funktion bewährt, sondern überzeugen auch durch ihre Arbeitssicherheit. Im Gegensatz zu anderen Forstwerkzeugen wie dem Spalthammer oder der Axt ist die Verletzungsgefahr bei Sapien gering. Mit einem Sapie muss man nicht weit ausholen. Zum Eintreiben in das Holz genügt ein leichter Schlag. Die Form des Arbeitsgeräts und die Widerhaken auf dem Stahlstück verhindern das abgleiten und machen das Wenden und Transportieren von Holz überaus sicher. Wichtig ist allerdings, das Gewicht des durch die Hebelwirkung bewegten Holzes richtig einzuschätzen. Gespaltenes Langholz kann man nur zu zweit zu Boden ziehen oder wenden. Hier müssen zwei Personen jeweils mit einem Sapie von schräg außen das Holz bewegen, um außerhalb des Gefahrenbereichs zu bleiben. Beim Fällen hängen gebliebene Stämme sollte man nicht mit Sapien herabziehen, sondern mit einer Seilwinde bergen, weil ihr Gewicht zu groß sein könnte.

Lange Zeit gab es für Forstarbeiten keine echte Alternative zu einem Sapie. Mittlerweile beginnt aber so genannte Forest Claw sich auf dem Markt für Forstgeräte zu etablieren. Sie wird als wegweisende Erfindung zum geradlinigen und sichern Umgang mit Stammholz angepriesen. Als Vorzüge werden vom Hersteller benannt: Mit der Forest Claw lässt sich Stammholz ohne größeren Kraftaufwand aufstellen und bewegen. Das Gerät sei in seiner Handhabung einfach und sicher. Das Anheben von Holz werde durch die doppelte Ausführung der Klaue entscheidend erleichtert, wodurch der notwendige Kraftaufwand sogar bei schweren Baumteilen deutlich geringer ausfällt. Die verbesserte Handhabung und das erleichterte Arbeiten wirken sich wiederum schonend auf Rücken und Gelenke aus, die weniger belastet werden. Die Forest Claw biete außerdem mehr Sicherheit beim Aufstellen von Stämmen auf losem Untergrund. Mit zwei Forest Claws ist das Tragen von Baumteilen möglich. So fest die Claw beim Arbeiten und Tragen im Holz sitzt, so leicht lässt sie sich anschließend aus dem Stamm lösen.

Diese Beschreibung des Herstellers hat mein Interesse an der neuartigen Claw geweckt. Zunächst war ich eher skeptisch, da ich bislang ausschließlich mit klassischen Spien gearbeitet haben und mir eine ernstzunehmende Alternative nicht bekannt war. Die Forest Claw hat mich allerdings positiv überrascht. Das Bewegen, Transportieren und Aufstellen von Stammholz funktioniert mit der ForestClaw tatsächlich einfacher. Ich konnte mit der Claw eine deutlich größere Hebelwirkung entfachen, wodurch das Arbeiten leichter fiel und ich weniger schnell ermüdete. Auch in Sachen Sicherheit und Funktionalität ist die Claw den Sapien in der Tat überlegen. Wenn man nach dem Einschlagen ins Holz den Stamm mit Sapien anheben möchte, kann er leicht zur Seite wegrollen und im schlechtesten Fall das Werkzeug aus dem Holz rutschen. Das kann mit der Claw nicht passieren. Die beiden Klauen des neuen Werkzeugs bieten ein Höchstmaß an Sicherheit bei der Arbeit. Nach dem Einbringen der Klauen in den Stamm, lässt sich dieser ganz leicht anheben und in eine aufrechte Position bringen. Dazu muss man nur den komfortablen Griff festhalten und ein paar Schritte zurückgehen. Nach dem Aufstellen kann man den Baumstamm mit der Claw sicher führen und bewegen. Nach getaner Arbeit kann man die Claw ganz leicht aus dem Stamm drücken, indem man den Griff nach unten drückt. Das alles funktioniert mit Baumstämmen unterschiedlicher Länge. Ich habe die ForestClaw auch mit längeren Stämmen ausprobiert. Das Aufrichten durch einfaches Einbringen der Klauen und gerades Zurücklaufen funktioniert auch mit langen Stämmen tadellos und ohne zusätzlichen Kraftaufwand. Besonders gut funktioniert mit der Claw auch das Ausbringen von Stämmen aus dem Wald. Dazu habe ich auf beiden Stammseiten jeweils eine Claw eingeschlagen. Dann habe ich mit einem zweien Arbeiter den Stamm angehoben und transportiert. Kleinere Stämme kann man auf diese Weise auch alleine tragen. Von großem Vorteil beim Transportieren ist der Haltegriff der Claw. An ihm hat man deutlich mehr Halt als an einem Sapiestiel.

Insgesamt kann ich die Claw für die Forstarbeit mit Stammholz ob als Hobby oder in Forstbetrieben weiterempfehlen.

Zupacken mit der Forest Claw!

Forest Claw: der Sapie im Einsatz

Anwendungsbeispiel Forstarbeit:
der Sapie mit zwei Klauen wird in den Baumstamm geschlagen. Durch die zweite Klaue wird ein seitliches Abrollen des Baumstammes verhindert was den Arbeitsschutz deutlich erhöht.

Zudem erweist sich die Forest Claw Hebetechnik als Bandscheiben freundliche Alternative zu herkömmlichen Sapien.