Sappie mit zwei Klauen

Für Holzarbeiten aller Art wird bis heute oft eine Sappie eingesetzt. Dieses traditionelle Werkzeug wurde im Alpenraum entwickelt und wird bereits seit Jahrhunderten von den dortigen Waldbauern verwendet. Der Sappie setzt sich aus einem anderthalb Meter langen Stiel und einer darauf angebrachten Stahlspitze zusammen, die zum Stiel rechtwinklig angeordnet ist. Bei Holzarbeiten wird die Spitze in Stämme geschlagen, um sie zu wenden, zu ziehen oder zu transportieren. Der Sappie ist ein Multifunktionsgerät, denn mit der flachen Rückseite des Stahlaufsatzes kann man Rückehaken an Stämmen einschlagen oder andere Hammer- und Spaltarbeiten ausführen. Die Kombination gleich mehrerer Werkzeugfunktionen hat sich bewährt. Zum Transportieren, Spalten und Hämmern ist der Sappie bestens geeignet, zumal er ein relativ leichtes Arbeitsgerät ist, das einfach transportiert werden kann und die Mitnahme anderer Werkzeuge erspart. Seine lange Tradition bedingt, dass der Sappie längst mehr geworden ist als ein reines Werkzeug für Holz- und Waldarbeiten. Auch als Stock und Kletterhilfe zum Bergwandern oder als Dekorationsobjekt wird der Sappie im Alpenraum geschätzt.

Geschichte der Sappie
Die historische und kulturelle Bedeutung der Sappie erkennt man an seiner Darstellung in vielen Wappen bayersicher Städte. Auch in Filmen und in der Literatur kommt das Werkzeug häufig vor. In Österreich und Oberbayern fand der Sappie die weiteste Verbreitung und wurde von ihnen ständig mitgeführt. Das untere Ende des Stiels war vielfach mit einem Eisendorn versehen, so dass der Sappie auch als Bergstock taugte. Aber auch heute ist der Sappie immer noch mehr als ein reines Kultur- und Dekorationsobjekt. Er wird immer noch als Mehrzweckwerkzeug wegen seiner Funktionalität und Arbeitssicherheit in der Holzwirtschaft verwendet.

Arbeitssicherheit
Ein Vorzug der Sappien gegenüber anderen Forstwerkzeugen ist ihre Arbeitssicherheit. Von Unfällen wie beim Gebrauch von Spalthammer, Kettensäge oder Axt hört man beim Einsatz von Sappien kaum. Die Verletzungsgefahr ist bei sachgemäßer Handhabung gering. Um den Sappie fest ins Holz einzuschlagen, muss man nicht weit ausholen. Die Widerhaken auf der Stahlspitze sorgen dafür, dass bereits ein leichter Schlag genügt, um für Griffigkeit zu sorgen und ein Abgleiten zu vermeiden. Das Transportieren und Wänden von Stämmen wird so zu einer ausgesprochen sicheren Tätigkeit. Bei der Arbeit mit dem Mehrzweckgerät ist es wichtig, Hebelwirkung und Gewicht richtig abzuschätzen. Landholz sollte nur von zwei Personen bewegt werden. Die Sappien werden dann an den Stammenden eingeschlagen, so dass die beiden arbeitenden Personen außerhalb des Gefahrenbereichs bleiben können. Schwere Stämme, die beim Fällen verkanten oder hängen bleiben, sollten mit Seilwinden befreit werden.

Moderne Sapien und ihre Weiterentwicklung
Moderne Ausführungen sind mit einem Gewicht von 1.000 bis 1.300 Gramm relativ leichte Arbeitsgeräte. Es gibt sogar Exemplare in Kleinausführung, die nicht mehr als 400 Gramm wiegen und über eine Stiellänge von 30 bis 80 Zentimetern verfügen. Die Kleinsapien sind für die Arbeit mit Meterstücken ausgelegt. Die Verarbeitung leichter Materialien vereinfacht Handhabung und Transport. Für eine optimale Griffigkeit beim Einschlagen der Sapie sorgen Widerhaken an den Außenseiten des Stahlkopfes. Sie haken sich im Holz fest und verhindern ein Abgleiten beim Wenden oder Transportieren. Bei allen Optimierungen im Detail hat sich aber die grundsätzlich Form der Sapie über Jahrhunderte nicht verändert.

Alternative zur Sappie
Eine Alternative zur Arbeit mit Sappien war mir lange nicht bekannt. Dass ein neues Forstgerät die Vorzüge der guten alten Sappie übertreffen könnte, hielt ich nicht für möglich. Jetzt habe ich aber die Forste Claw getestet, die sich als Innovation auf dem Forstgerätemarkt zu etablieren beginnt. Die Hersteller dieses neuartigen Geräts preisen es als Äquivalent zur Sappie an und behaupten, dass es sich zum Umschichten und Transportieren von Stammholz sogar besser eignet. Die Forest Claw verringere den erforderlichen Kraftaufwand beim Bewegen und Aufrichten von Stammholz bei einer gleichzeitig einfacheren und sichereren Handhabung. Als eigentliche Neuerung kann die doppelte Klaue der Forst Claw gelten. Sie sorge für einen besseren Halt und sei mit ihrer doppelten Ausführung besonders griffig. Zudem sei die Arbeitshaltung ergonomischer und somit gesundheitlich schonender für Gelenke und Rücken. Selbst schwere Stämme könnten mit der Forest Claw problemlos mit geringerem Kraftaufwand bewegt werden. Auch in Sachen Sicherheit übertreffe die ForestClaw den Sapie, weil bei ihr eine größere und gleichmäßigere Fläche ins Holz eingeschlagen wird. Anders als bei der Sappie könne es bei der Forest Claw auch beim Herauslösen aus dem Holz zu keinen Unfällen kommen, weil Dank der Hebelwirkung des Griffs keine ruckartigen Bewegungen zum Herausziehen nötig seien.

Die Forest Claw im Test
Bisher habe ich ausschließlich mit der Sappie gearbeitet. Die Forest Claw schien mir die erste viel versprechende Alternative zu bieten. Daher habe ich mir gleich ein Gerät als Testobjekt besorgt. Bei Größe und Gewicht gibt es kaum Unterschiede zur Sapie. Mit Stahlgriff und Klaue ist die Forest Claw allerdings im Gegensatz zur Sapie kein besonders formschönes Arbeitsgerät. Dies ist allerdings auch schon der einzige Nachteil. Die Forest Claw hat mich bei der Arbeit mit ihr überzeugt. Aufstellen, Bewegen und Transportieren von Holz geht mit der Claw tatsächlich extrem einfach. Man kann mit der Forest Claw eine größere Hebelwirkung erzeugen. Daher fiel mir die Arbeit leichter und ich bin nicht so schnell ermüdet. Der größte Vorteil der Forest Claw ist das Einschlagen ins Holz. Bei der Sapie muss man genau zielen, damit man die richtige Stelle trifft und aufpassen, dass der Stamm nicht zur Seite rollt, wenn man die Mitte verfehlt hat. Das kann bei der Forest Claw nicht passieren, denn die Klaue deckt eine größere Hebefläche ab und sitzt immer fest. Dank des Griffs ist das Aufstellen und Transportieren von Stammholz bedeutend leichter und bequemer. Das bewegen und Führen der Stämme ist einfacher und sicherer. Auch ist es viel leichter, das Arbeitsgerät wieder aus dem Stamm heraus zu bekommen, da man einfach nur den Griff nach unten drücken muss. Auch bei der Arbeit mit langen Stämmen hat mich die ForestClaw überzeugt. Einfach die Claw einbringen, gerade zurücklaufen und schon ist auch ein längerer Stamm ohne großen Kraftaufwand aufgerichtet. Zum Ausbringen von Stämmen schlägt man einfach auf jeder Seite eine Forest Claw ein und kann dann den Stamm bequem zu zweit aus dem Wald tragen. Mit kleinen Stämmen funktioniert das auch alleine. Von großem Vorteil beim Transportieren ist der Griff, an dem man mehr Halt hat als am Stiel der Sappie. Alles in allem ist die Sappie für die Arbeit mit Stammholz höchst empfehlenswert.

Kundenstimmen

Sappie Mehrzweckwerkzeug Weiterentwicklung Forest Claw

Bildlegende
Sappie mit zwei Klauen: die Forest Claw gilt als wegweisende Weiterentwicklung des traditionellen Mehrzweckwerkzeugs.